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Was bringt die Speicherkapazität für die Energiewende?

Massive Gebäude haben unabhängig von Gebäudequalität und Art des Wärmeabgabesystems eine gewisse Speicherkapazität. Je besser der Dämmstandard, desto länger kann die eingespeicherte Wärme die Raumtemperatur im Komfortbereich halten (vgl. Abbildung).

In Österreich werden jährlich etwa 50.000 Wohnungen in neuen Wohngebäuden errichtet (Statistik Austria). Damit werden pro Jahr etwa 4 Millionen Quadratmeter Betondecken hergestellt.

Thermische Bauteilaktivierung (TBA) könnte die Speicherkapazität dieser ohnehin vorhandenen Bauteile nutzbar machen. Die Bewirtschaftung dieser Speicherkapazität erlaubt eine stärkere Nutzung von

>lokal erzeugter erneuerbarer Energie
(Solarthermie, Photovoltaik, Kleinwindkraft, Kleinwasserkraft, etc.),

> erneuerbarem „Überschussstrom“ aus dem
Netz in Verbindung mit Wärmepumpen – die Energieabgabe kann zeitlich um einige Stunden oder Tage verschoben werden (Lastverschiebung, Nutzung von Strom netzdienlich und zu Zeiten mit niedriger CO2 -Emission),

> von Flexibilisierungsoptionen in Mikro-, Nah- und Fernwärmenetzen.
Leistungsverschiebungen können, wie im Stromnetz, auch Wärmeerzeugungsanlagen und Netzinfrastrukturen entlasten. Zusätzlich zur Nutzung der Speicherkapazität des Bauteils ist für Fernwärmebetreiber aufgrund der niedrigen notwendigen Vorlauftemperaturen auch eine Versorgung aus dem Fernwärme-Rücklauf eine interessante Option, um sowohl den Wirkungsgrad als auch die Netzleistungskapazitäten zu erhöhen.

Die Bewirtschaftung der Speichermassen ermöglicht zusätzlich eine einfach umzusetzende und gleichzeitig energieeffiziente Kühlfunktion. In Verbindung mit Erdwärme-Tiefensonden kann der Erdkörper eines Sondenfeldes saisonal bewirtschaftet werden. Die eingespeicherte Abwärme aus der sommerlichen Kühlung verbessert dann die Wärmeausbeute in der Heizsaison. Wärmepumpen können so mit deutlich höherer Effizienz betrieben werden. Die zunehmend höheren Außentemperaturen aufgrund des Klimawandels machen Gebäudekühlung in den nächsten Jahren zunehmend erforderlich. Aus diesen Gründen besteht ein allgemeines Interesse an der verstärkten Aktivierung vorhandener Speichermassen. 

Während ein Gebäude mit einer durchschnittlichen Heizleistung von ca. 32 W/m² (Gebäude B) innerhalb von etwa 3 Stunden von 22 auf 20 °C operative Raumtemperatur absinkt, dauert für ein sehr gut gedämmtes Gebäude (Gebäude D) der gleiche Temperaturabfall rund 42 Stunden.

Durch den Einsatz von Bauteilaktivierung wird diese Auskühlzeit zumindest verdoppelt.

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