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Ist Bauteilaktivierung auch bei einer Sanierung möglich?

Die nachträgliche Bauteilaktivierung befindet sich noch im Forschungs- bzw. Versuchsstadium. In der Gebäudesanierung gibt es aber die Möglichkeiten ein Flächenheiz- oder Kühlsystem nachzurüsten und damit zumindest den Vorteil niedrigerer Vorlauftemperaturen (im Kühlfall umgekehrt) und der Strahlungswärme zu nutzen. Zum Beispiel Gipskarton mit integrierten Rohrleitungen bzw. elektrischen Heizelementen ist aufgrund der einfachen Montage in der Decke oder auf der Wand eine gute Möglichkeit für Sanierung und Restaurierung. Die Kapillarrohrmatten haben eine Höhe von ca. 5 mm. Gleich wie die „konventionelle Bauteilaktivierung“ im Neubau benötigen diese Systeme Vorlauftemperaturen von 25 bis 30 °C, was den Einsatz dieser Systeme speziell bei Sanierungen auf Niedrigenergie- oder Passivhausstandard attraktiv macht. Auch Nassputzsysteme mit „Rohr auf Schiene“ -Montagesystemen mit geringer Putzüberdeckung für Wand und Decke und Trockenbausysteme (von vorgefertigten Verlege platten, die beplankt werden können bis zu Rohr auf Gipskarton platten fertig installiert) sind am Markt verfügbar. Die Kosten bei den Nassputzsystemen (inkl. Anbindungsleitungen bis zum Verteiler) liegen lt. Hersteller angaben bei ca. 30 bis 50 €/m² zuzüglich Kosten für den Nassputz (Endkunden preise exkl. USt). Mit speziellen Rohrmaterialien sind auch bei dieser Methode Aufbau höhen ab 2,5 bis 3 cm möglich (Rohr inkl. Putzüberdeckung).

Neben dem Abstand der Rohre, dem Rohrdurchmesser und der Wärmeleitfähigkeit des Bauteils bzw. der Putzschicht spielt die Lage des Rohrregisters im Bauteil im Hinblick auf die „Wärme eindringtiefe“ in den Bauteil, die Oberflächentemperatur sowie die Reaktionsgeschwindigkeit auf veränderte Raumbedingungen (Änderung interne Lasten, Sonneneinstrahlung, etc.) eine zentrale Rolle.

Beispiel: Der Einsatz der Bauteilaktivierung in der Sanierung mittels Aufbringen von Rohrleitungen an der Außenwand eines Wohnhauses und Anbringen einer vor gefertigten, wärmegedämmten Fassade aus Holzwerkstoff en wurde in einer Zusammenarbeit der TU Wien mit der FH Salzburg und Kooperationspartnern aus der Wirtschaft im Forschungsprojekt „Smart Skin – Salzburger Multifunktionsfassade“ erfolgreich angewandt.

Beim Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Wohnen findet Stadt“ wurde die Aktivierung eines Bestandsgebäudes von Außen implementiert.
(Rendering: Smart City Demo – Wohnen findet Stadt – FH Salzburg).

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