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Fossile Überkapazitäten gefährden Klimaschutz, Gesundheit und Wettbewerb der Zukunft

Mythos

Die Energiewende in Deutschland ist schuld an den hohen Stromimporten nach Österreich.

Fakten

Österreichs Stromimporte erreichten im Jahr 2015 mit einem Nettostromimportanteil von 16,4% Rekordniveau. Der importierte Strom stammt vor allem aus Deutschland (16,1 TWh) und Tschechien (12,3 TWh). Nicht zu viel erneuerbarer Strom ist am Markt, sondern zu viel Kohle- und Atomstrom.

Fossile Überkapazitäten sorgen für mehr Stromimporte nach Österreich

Entwicklung der Stromhandelsbilanz Österreichs seit 2000

Quelle: Erneuerbare Energie Österreich auf Basis E-Control 2016

Österreich ist vom einstigen Stromexporteur zum -importeur geworden. Aus einem Stromüberschuss im Jahr 1980 in Höhe von 12,3% wurde 2015 ein Nettostromimport von 16,4%. Dies geht auf Kosten heimischer Stromerzeugung; einerseits durch Beschränkungen bei der bestehenden Ökostromfinanzierung, andererseits aufgrund der Belastung mit Netzgebühren, die für importierten Strom nicht anfallen. Hauptursache für die Überkapazitäten der Exportländer ist nicht der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen, sondern dass Kohle (40% Marktanteil) als CO2-intensivster Energieträger nicht aus dem deutschen Markt gedrängt wird. Nach Angaben des Deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie weist Deutschland für das Jahr 2015 einen Exportüberschuss im Stromaustausch von 51,8 Terawattstunden (TWh) aus. Das Fehlen eines geeigneten Instruments, mit dem CO2-intensive Energieträger im Sinne der Kostenwahrheit belastet werden könnten, ist dafür Hauptgrund. Der Strommix in Tschechien besteht derzeit aus 33% Atomkraft und rund 54% Kohle. Die Bezeichnung „atomstromfrei“ für Österreichs Strommix ist damit zweifelhaft. Es werden insbesondere Wasserkraftzertifikate, sogenannte Herkunftsnachweise, im Wert von unter einer Million Euro aus Norwegen und Schweden zu Dumpingpreisen nach Österreich importiert.

Zu wenig wird neben der Klimabelastung die enorme Gesundheitsgefährdung thematisiert, die von der Kohleverbrennung ausgeht. Laut IEA-Special Report sind weltweit jährlich 6,5 Millionen Todesfälle auf die geringe Luftqualität durch die Energieerzeugungsanlagen zurückzuführen.